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Ich bin bald Mutter – und so unglücklich



Ausweglos: Hochschwanger und keine Wohnung

Ich bin Larissa* – und das ist meine Geschichte.

Als ich in der Mutter-Kind-Wohngruppe auf Gut Holmecke einzog, war ich im achten Monat schwanger. Und obdachlos. Gemeinsam mit dem Jugendamt hatte ich mich entschieden, mir auch helfen zu lassen. Denn ich hatte zu dem Zeitpunkt keine Wohnung. Und leider auch kein Geld.

Ich weiß einfach nicht, wie ich mein Leben ändern kann

Ich fühlte mich nicht in der Lage, mein Leben so umzukrempeln, dass ich meinem Baby einen schönen Start ins Leben hätte bieten können. Nachdem ich endlich verstanden hatte, dass ich Hilfe brauchte, war ich einverstanden, in die Jugendhilfe-Wohngruppe nach Gut Holmecke zu ziehen.

Ich will eigentlich gar nicht Mutter sein …

Ich hatte echt andere Probleme und keinen Bock, mich mit einer baldigen Geburt und dem Mutter-Sein auseinanderzusetzen. Dies fiel mir auch in der Mutter-Kind-Wohngruppe lange schwer. Ich wollte einfach in Ruhe gelassen werden, für mich sein. Und tun, wozu ich Lust hatte. Das war jedoch nicht möglich.

Die Jugenhilfe-Betreuerinnen nerven mich

Die Betreuerinnen haben alles dafür getan, zu verhindern, dass ich meine Ruhe hatte und mich in meinem Zimmer verkrieche. Doch gerade dank der Betreuerinnen – das wollte ich erst später wahrhaben – habe ich es geschafft, mich immer mehr und mehr mit meiner Schwangerschaft und der baldigen Geburt auseinander zu setzen. Zum Glück – denn es hat dann auf einmal richtig Spaß gemacht.

Das hätte ich nie so erwartet

Wir sind gemeinsam einkaufen gefahren und haben Kleidung für meinen Sohn gekauft, und Spielzeug und alles was dazu gehört. Meine Hebamme war auch sehr nett und war zur Vorbereitung und nach der Geburt für mich da.

Und dann kam endlich DER Tag: Die Geburt. Leider hatte ich mich entschieden, das alleine durchzustehen. Aber die Betreuerinnen haben mich oft im Krankenhaus besucht. Als ich dann endlich zurück in mein kleines Appartement auf Gut Holmecke konnte, wurde mir bewusst, dass sich mein Leben nun schlagartig verändert hat.

Ich habe Angst und fühle mich so hilflos

Ich war wohl sehr glücklich. Das hätte ich so nicht für möglich gehalten. Ich und Muttergefühle? Aber ich hatte auch ziemlich Angst, keine gute Mutter zu sein und etwas falsch zu machen.

Mein Baby schrie sehr viel, was mich immer wieder fast wahnsinnig machte. Ich hatte immer wieder das Gefühl, ihm nicht das geben zu können, was er braucht. Ich fühlte mich so hilflos. Ich war sehr traurig und hätte am liebsten meine Sachen gepackt und wäre abgehauen.

Jugendhilfe-Team: Geborgenheit & Halt

Wenn ich keine Kraft mehr hatte, habe ich mir immer wieder gesagt, dass ich nicht alleine bin. Die Betreuerinnen waren immer da, wenn ich mal dringend Luft holen musste oder ich meine tausendste schlaflose Nacht hatte. Sie unterstützten mich, wo sie nur konnten.

Auch wenn ich meist alles besser wusste, konnte ich doch sehr viel lernen und ein neues Leben mit meinem kleinen Sohn beginnen.

Wenn ich jetzt zurückblicke kann ich sagen: Dafür hat sich wirklich alles gelohnt!

Team Jugendhilfe Gut Holmecke: Danke Larissa* für so viel Mut!

* Name aus Datenschutzgründen geändert



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