fbpx

Endlich sind mein Sohn und ich wieder zusammen:



Mein Name ist Erik* und ich habe mit meinem kleinen Sohn eine Zeit hier in der Mutter-/Vater- Kind-Wohngruppe auf Gut Holmecke gelebt.

Ich bin vor einiger Zeit erstmal alleine hier eingezogen, um zu schauen, wie hier alles läuft den ganzen Tag lang. Dagegen war nichts einzuwenden: Morgens um 8:00 Uhr gemeinsam frühstücken, 12:00 Uhr gemeinsam Mittagessen und um 18:00 Uhr gemeinsam Abendessen. So ist das hier.

Bevor ich hier eingezogen bin, habe ich über ein Jahr vor Gericht um meinen Sohn gekämpft. Das war nicht gerade einfach, weil zwei Erziehungsgutachten gemacht wurden. Das erste war nicht so gerade für mich, weil die Kindesmutter vorher in einer Muki in einer anderen Stadt war. Nach drei Monaten ist sie wieder ausgezogen, das Gutachten wurde dann abgebrochen. Das zweite Gutachten, ein halbes Jahr später, fiel für mich positiv aus.

Trotzdem wollten das Jugendamt, die Kindesmutter und der Verfahrensbeistand mir meinen Sohn erstmal nicht geben, erst wenn das Gericht eine Entscheidung gefällt hätte. Es verging eine lange Zeit und dann bekam ich endlich die Nachricht, dass das Gericht für mich entschieden hatte und ich meinen Sohn zurückbekommen konnte. Das alles hat weit über ein Jahr gedauert.

Zwei Tage nachdem ich alleine hier auf Gut Holmecke eingezogen war, habe ich meinen Sohn dann endlich auch bekommen. Ich bin mit meiner Bezugsbetreuerin zu den Pflegeeltern von meinem Sohn gefahren und wir konnten ihn endlich mitnehmen. Ich kann kaum beschreiben, wie sich das anfühlt. Weil ich nicht aufgegeben habe, habe ich meinen Sohn jetzt wieder bei mir.

Am Anfang war für mich alles sehr schwierig … Ich habe Fehler gemacht, aber hier auch sehr viel gelernt, viel umgesetzt. Bis heute habe ich immer noch so kleine Probleme, an denen ich arbeiten muss und will. Ich komme mit den Betreuerinnen sehr gut aus. Ich fühle mich auf Gut Holmecke sehr wohl. Trotzdem bin ich jedoch froh, wenn ich mein Leben wieder selbst in der Hand habe.

Seit Anfang des Jahres bin ich mit einer Mitbewohnerin zusammen. Unsere Beziehung war auch nicht einfach, da wir sie vorerst verheimlicht haben. Hier in der MuKi wurde gesagt (und so steht es auch in den Regeln), dass keine Partnerschaften entstehen sollten, da wir ja wegen unserer Kindern hier sind und nicht um eine Liebe zu finden. Aber wir haben uns eben einfach verliebt und konnten es einige Monate für uns behalten. Dann kam es doch alles raus, was auch gut war. Trotz allem haben wir diese Zeit gemeinsam gut überstanden und die MuKi hat gesehen, dass unsere Beziehung ernst ist und deshalb wollten sie uns nicht im Weg stehen.

JH_Erik Familie_DSCI0048Und jetzt – nach eineinhalb Jahren – ziehe ich mit meiner Freundin, ihrem Kind und meinem Kind zusammen aus und wir beziehen gemeinsam eine Wohnung in einer nahe gelegenen Stadt.

Ich möchte mich hier nochmal ganz herzlich bei meinen Bezugsbetreuerinnen und auch bei den anderen Betreuerinnen für die Unterstützung und Hilfen bedanken. Ein ganz besonderer Dank geht an Frau Scheipers und Frau Köster, die mir in einigen Dingen sehr geholfen haben.

 

* Name aus Datenschutzgründen geändert



Diese Seite weiterempfehlen