Die Bewohner des Waldes



Zahlreiche Wildtiere leben in den rund 60 ha Wald um Gut Holmecke. Das eine oder andere zeigt sich sogar – wenn man ganz leise ist und etwas wartet. Und da wir hier oben in Freundschaft mit den Tieren leben, möchten wir auch unsere Gäste einladen, sorgsam, sanft und leise mit den Lebewesen des Waldes und der Weiden umzugehen.

Wer sich einer dieser Tierarten gegenüber sieht, möge einfach ganz ruhig weiter gehen. Gerade wenn Wildschweine Junge haben, verstehen sie keinen Spaß. Auch sollte man die Tiere des Waldes nicht füttern oder anfassen. Der menschliche Geruch würde sich auf das Tier übertragen und Artgenossen würden es dann aus der Gruppe verstoßen. Wenn wir Tierkinder finden, wollen wir sie keinesfalls anfassen, damit sie unseren Geruch nicht annehmen und weiter von ihren Müttern versorgt werden. Mehr dazu weiter unten … Klicken Sie auf die Bilder, um die Galerie zu öffnen.

Der Fuchs

… geht sicher nicht nur im Wald, sondern auch auf den Weiden spazieren – und bekommt genauso wenig gern nasse Füße wie wir Menschen. Daher benutzt er, wenn er alleine ist, auch gerne mal einen befestigten Wanderweg. Ein Fuchs kann übrigens 10 bis 12 Jahre alt werden. Er wohnt in einem Bau unter der Erde und ist meist nachts auf der Suche nach Nahrung. Jedoch frisst er nicht den ausgewachsenen Hasen, der mit seiner Familie auf der Wiese wohnt. Der Hase wäre einfach viel zu schnell für den Fuchs.

Der Dachs

Irgendwo im Wald hält sich auch der Dachs versteckt. Der ist jedoch wirklich sehr scheu und nur nachts unterwegs. Er ist sehr reinlich. Nach seinen Ausflügen putzt er sich gründlich. Auch seinen Bau hält er sehr sauber, im Gegensatz zum Fuchsbau: dort ist es manchmal wie in vielen Kinderzimmern recht unordentlich. Dachse sind ganz und gar keine griesgrämigen Einsiedler: sie leben gern in Wohngemeinschaften zusammen. Übrigens teilen sich manchmal sogar Fuchs und Dachs einen Bau und halten „Burgfrieden“. Ein Dachs kann viel älter werden als der Fuchs, bis zu 18 Jahre alt.

Das Reh

Zu den größeren Bewohnern zählt hier oben das Reh. Ausgestattet mit einem sehr feinen Gehör freut es sich, wenn im Wald nicht herumgeschrien wird. Übrigens hat nur das männliche Reh ein Gehörn auf dem Kopf, welches einmal im Jahr abfällt und dann wieder aufs Neue wächst. 1 m lang und 1 m hoch sind erwachsene Rehe. Im Sommer ist ihr Fell rötlich, im Herbst wird es zu dem graubraunen Winterfell. Die Rehkinder heißen Rehkitze und werden im Mai oder Juni geboren. Oft sind es Zwillinge. Wenn wir ein Kitz finden, fassen wir es nie an. Die Reh-Mutter kümmert sich um ihr Kind, solange es nicht nach Menschen riecht.

Das Eichhörnchen

Das Eichhörnchen lebt nicht nur auf Eichen – es hat seinen Namen vermutlich aus dem althochdeutschen „aig“ erhalten, das heißt sich schnell bewegen. Das Markenzeichen der Akrobaten der Lüfte ist ihr langer, buschiger Schwanz. Er wird universell eingesetzt. Beim Weitspringen dient er als Balancierstange, beim Klettern hilft er beim Lenken. Ist ein Absprung vom Baum nötig, fungiert er als Fallschirm, bei Kälte als Kuscheldecke und im Sommer als Schattenspender. Auch zur Kommunikation mit Artgenossen wird er eingesetzt. Für ihren Nachwuchs bauen die Eichhörnchen kugelige Nester aus Zweigen und Blättern, das sie innen weich mit Moos polstern. Da sie keinen Winterschlaf halten, verstecken sie im Herbst überall Vorräte. Um die dann wiederzufinden hilft nicht nur das Gedächtnis sondern auch ihr ausgezeichneter Geruchssinn: sogar Nüsse, die 30 Zentimeter unter dem Schnee liegen, finden die Eichhörnchen wieder.

Die Rötelmaus

Diese Rötelmaus hat ihren Namen durch die Farbe ihres Rückenfells bekommen: es variiert von rotbraun bis fuchsrot. Die Seiten sind bräunlich. Die Rötelmaus wird auch Waldwühlmaus genannt, da sie neben Hecken auch Mischwälder in der Nähe von Gewässern bewohnt. Sie hat viele Feinde, daher wird sie nicht sehr alt. Man kann sie manchmal auch tagsüber auf Futtersuche beobachten. Mit ihren großen Augen und Ohren ist sie recht niedlich anzusehen, die possierliche Waldmaus.

Der Hirschkäfer

Mit seinem imposanten Geweih sehen die männlichen Tiere der größten Käfer Europas ganz schön gefährlich aus. Die derart vergrößerten Mundwerkzeuge werden aber nicht zum Beißen und Kauen verwendet. Der Hirschkäfer ernährt sich nur von Pflanzensaft – am liebsten trinkt er den von faulenden Eichenästen. An den Saftflecken der Baumrinden siedeln sich mit der Zeit Bakterien an. Sie vergären den Zucker zu Alkohol, den die Käfer mittrinken. Manch einer fällt dann berauscht zu Boden. Den erwachsenen Hirschkäfer sieht man normalerweise nur von Juni bis August. In der Dämmerung fliegt er laut brummend zur Nahrungssuche aus. Weil totes Holz nur wenig Nährstoff bietet, brauchen die Larven zwischen drei und sieben Jahre, um ein Käfer zu werden. Der Hirschkäfer lebt nur etwa drei bis acht Wochen lang. Der Hirschkäfer steht auf der Roten Liste Deutschlands als „stark gefährdet“. Es gibt immer weniger Laubwälder, in denen noch Äste von toten und absterbenden Bäumen liegen, in dem seine Larven heranwachsen können. Auf dem Gelände rund um Gut Holmecke findet er noch Lebensraum.

Der Maulwurf

Das Graben ist seine Passion: der fast blinde samtweich bepelzte Maulwurf lebt und jagt unterirdisch. Deshalb buddelt er mit seinen großen Vorderfüßen lange Gänge, manchmal bis zu 7 Meter pro Stunde. Mit dem Maul gräbt er nicht, auch wenn man das denken könnte. Wenn das Haus erweitert wird, drückt er die überflüssige Erde nach oben und es entstehen die Maulwurfshügel. Der Maulwurf ist sozusagen ständig hungrig. Er muss jeden Tag mindestens die Hälfte seines Körpergewichts verspeisen. Wo er sich aufhält, ist der Boden gesund, denn es gibt genug Kleinlebewesen als Nahrungsquelle. An der Erdoberfläche kommen sie ungern. Hier und da einmal im Mai, wenn sie Laub und Gras sammeln, um damit ihre Nestkammern auszupolstern. Der Maulwurf ist behördlich unter strengen Artenschutz gestellt.

Der Feldhase

Man sieht ihn nicht mehr oft: Meister Lampe, obwohl er immerhin bis zu 8 Jahren alt werden kann. Er hat kein eigentliches Zuhause wie das Kaninchen seinen Bau. Stattdessen ruht er nur in einer Mulde (Sasse). Vielleicht ist er deshalb so ängstlich? Seine Augen sind so angeordnet, dass er bequem seine Umgebung beobachten kann, ohne dass er dafür den Kopf drehen muss. Er kann ganz schön Gas geben: über 50km schnell wird er. Im Holmecker Gebiet leben mehrere Hasen. Die Langohren mögen keine Wohngemeinschaften, sie leben lieber alleine. Im Frühling aber halten sie Hochzeit. Dabei kann es ganz schön rauh zugehen. Raufereien und Ohrfeigen unter Konkurrenten sind keine Seltenheit. Eine Häsin zieht ihre Hasenkinder gerne in der Nähe der Waldkoppel groß.

Das Wildschein

Die sichtbarsten Spuren hinterlässt aber wohl das Wildschwein in Holmeckes Wäldern. Es hat einen sehr guten Geruchssinn. Auf der Suche nach Mäusen, Schnecken oder Würmern pflügt es mit der Schnauze die Erde um, egal ob mitten im Wald, am Wegrand oder auf der Pferdewiese. Zu Gesicht bekommt man ein Wildschwein selten – es ist schnell und schlau und hauptsächlich nachts unterwegs. Die Wildschwein-Kinder nennt man Frischlinge. Sie werden eifersüchtig von ihren Müttern, den Bachen, bewacht. Bei der Geburt wiegen sie kaum ein Kilogramm, nach 2 Jahren können sie schon 75 kg wiegen. Wildschweine sind nicht gern allein: sie schließen sich zu sogenannten Rotten zusammen.

Vögel

Früh morgens und nach Sonnenuntergang melden sich auch viele Vögel zu Gehör. Bis man die an der Stimme erkennen und unterscheiden kann, braucht es ein gutes Training. Direkt auf der Esche im Innenhof oder bei dem Parkplatz von Gut Holmecke zeigt sich meist ein Buchfinken-Paar mit seinem scheppernden Gesang. Über den Weiden kreist gerne der Bussard. Sogar ein nahezu ganz weißer wohnt in der Nähe und zeigt sich regelmäßig. Neben der bekannteren Amsel gibt es hier oben auch Wacholderdrosseln und gut erkennbare Dompfaffe (unverkennbar mit schwarzer Mütze auf dem Kopf und rotem Mantel beim Männchen, braunem Mantel beim Weibchen). Unverkennbar ist auch regelmäßig ein Zilp-Zalp zu hören, der anscheinend nur 2 Töne singen kann. Seltener kommt der Kleiber zu Besuch. Neulich wurde ein farbenfroher Stieglitz (Distelfink) gesichtet. Aber auch Meisen, Feldsperlinge, winzige Zaunkönige, knallgelbe Goldammern, die wendigen Bachstelzen und natürlich das Rotkehlchen sind vornehmlich auf der Waldkoppel zu Gast.

Salamander

Auch Lurchi, der Feuersalamander, hat unter einem alten Baum sein Versteck. Wo genau das ist, kann jeder selbst herausfinden. Ein kleiner Tipp: am wohlsten fühlt er sich in den feuchten Laubmischwäldern mit vielen Versteckmöglichkeiten. Er liebt kühle Quellbäche oder Tümpel – und Regen.

Der Specht

Warum klopfen Spechte und weshalb bekommen sie davon keine Kopfschmerzen? Der Specht ist wahrscheinlich der Vogel, der am leichtesten von allen Waldbewohnern wahrzunehmen ist. Das charakateristische Klopfen kann man über mehrere Kilometer hören. Es gibt mehrere Gründe, weshalb Spechte klopfen:

  1. Sie hacken die Baumrinde auf, um an Nahrung zu kommen. Mit der bis zu vier Zentimeter langen Zunge kommen sie so unter der Rinde an versteckte fette Maden. Auch Zapfen werden aufgeklopft, um an die süßen Samen im Inneren zu kommen.
  2. Spechte klopfen auch, um ihr Revier abzustecken – mehrere Kilometer weit kann man sie hören. Ein Rivale wird sich genau überlegen, ob er in das bereits besetzte Revier eindringen soll.
  3. Ein Helmspecht sitzt an einem Baumstamm. Manche Spechte klopfen 10.000 Mal pro Tag und mehr Vergrößern
  4. Mit dem Klopfen lockt ein Männchen Spechtweibchen an.
  5. Am fleißigsten klopfen Spechte während des Nestbaus. Etwa vier Wochen dauert es, bis ein Loch entstanden ist, das groß genug für ein Nest ist.

Kopfschmerzen bekommen Spechte von der ganzen Klopferei aber nicht, da sie so etwas wie eingebaute Stoßdämpfer haben. Zum einen besitzen Spechte nur sehr wenig Gehirnflüssigkeit, das heißt, das Gehirn wird während des Klopfvorgangs nicht sehr stark hin- und hergeschüttelt. Zum anderen haben Spechte eine ausgeprägte Schädelmuskulatur, die Schläge sehr stark abfedern kann. Dazu führen sie ihre Bewegung extrem gradlinig aus. Kopf und Hals bleiben zueinander starr, jegliche andere Bewegung wird vermieden. So bleiben die Scherkräfte, die einen Körper unter Einwirkung einer Kraft verformen, relativ gering.



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