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April 2019: Urlaub in der Gefahrenzone

Klinikärztin von Gut Holmecke auf Sondermission

Es wird so oft vergessen – aber es ist tatsächlich wahr: Auch ein Arzt braucht mal Urlaub. Unsere Kurklinikärztin Heike Völkner geniesst gerade  – ja was eigentlich? Auf jeden Fall Wärme – satte 31 Grad Celsius, dazu 60 % Luftfeuchtigkeit und Regen. Da kringeln sich sogar Schnittlauchlocken zur Fönwelle.  Erholen? Seele baumeln lassen? Also alles – aber das wird NICHT geboten.  Unsere Ärztin ist in ihrem Urlaub ast 10.000 km weit nach Zentralafrika in die Demokratische Republik Kongo gereist. Um zu arbeiten.

Weil mir die Frauen am Herzen liegen

In Deutschland ist die Medizin auf hohem internationalen Niveau eine Selbstverständlichkeit, ein Ultraschallgerät in den meisten Arztpraxen und Kliniken – auch auf Gut Holmecke- verfügbar, und viele werdende Mütter erfreuen sich an 3D-Bildern ihrer ungeborenen Kinder in der Schwangerschaft.

In der DR Kongo in der entlegenen Region Equateur ist selbst eine medizinische Basisversorgung ein Luxus, ein Ultraschallgerät ein großer Fortschritt, der das Leben insbesondere von Schwangeren und ungeborenen Kindern retten kann.  

„Die Gesundheit und die medizinische Versorgung von Müttern und Kindern liegt mir als Ärztin auf Gut Holmecke am Herzen“ sagt sie.

„So werde ich meinen Urlaub dazu nutzen, ein tragbares, tropentaugliches Ultraschallgerät zur Gesundheitsstation Bonsombo/Lofoy in der DR Kongo  zu bringen und das medizinische Personal anzulernen.“ 

Denn die Not ist dort sehr groß. Die Situation von alleinerziehenden Frauen und den von ihnen abängigen großen Kinderschar ist im Kongo verzweifelt. „Für die Kinder stellt die Mutter das einzige Bindeglied für ein Überleben dar.“ berichtet Heike Völkner.

Die Gesundheitsstation gehört seit vielen Jahren zum Partnerschaftsprojekt der evangelischen Kirchengemeinde Letmathe.

Ultraschall als Lebensretter

Ultraschall-Untersuchungen helfen unter anderem zum Beispiel, den Verlauf der Schwangerschaft und die Entwicklung des Ungeborenen zu beobachten.

„Bereits 2016 haben wir eine Station mit einem Ultraschallgerät ausgerüstet. Nicht nur für diese abgelegene Region ein sensationeller Fortschritt für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung.“ so Heike Völkner. „Auch von den nächstgelegenen größeren Städten reisen die Menschen nun an, oft viele Stunden. Auch die Frauen hochrangiger Regierungsbeamte liessen sich dort schon untersuchen. Die Erfahrungen: nur positiv.

Die Zahl der Notkaiserschnitte sank und  damit die Sterblichkeit der Mütter und Kinder Unnötige Operationen konnten verhindert werden Indikationen für notwendige aber für die dortige Lage oft riskante Operationen werden gesichert

Jetzt hat auch die Gesundheitsstation Bonsombo ein solches Gerät erhalten. Heike Völkner ist zur Zeit mit einer Delegation vor Ort. Ihren Jahresurlaub wird sie dann damit verbringen, die örtlichen medizinischen Mitarbeiter anzuleiten, während ein Ingenieur die technischen Voraussetzungen schafft. So ist gewährleistet, dass die Hilfe auch da ankommt. 

Die Demokratische Republik Kongo (früher Zaire; 6,5mal größer als Deutschland) liegt in Zentralafrika. Ein Land, das noch nie den Status eines sicheren Urlaubslandes hatte. Die politische Situation ist schwierig. Nach langen Jahre der Bürgerkriege fehlt es an allem. Noch nicht einmal die medizinische Grundversorgng ist gewährleistet. Christliche Gemeinden stellen das einzige zuverlässige Sozialsystem im Bereich Schule und Gesundheit dar.

Seit mehr als 25 Jahren besteht die Kirchenpartnerschaft zwischen der evangelischen Kirchenkreis Iserlohn und dem Kirchenkreis Boende in der demokratischen Republik Kongo.

Die dortige protestantische Jüngerkirche beschränkt sich nicht nur auf seelsorgerische Tätigkeiten sondern engagiert sich für die schulische Ausbildung der Kinder und die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. 

Weitere Informationen: https://kirche-iserlohn.de/themen/news/datum/2019/04/10/delegation-reist-in-den-kongo/

Artikel in der IKZ über das Engagement 2016: https://www.ikz-online.de/staedte/letmathe/ultraschall-fuer-partner-aus-afrika-id11711665.html

 

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